Amazons Infrastruktur nutzen

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Was als virtueller Bücherladen begann, sich zu einem Warenhandel mit den verschiedensten Produktkategorien mauserte und mittlerweile auch nicht mehr vor der Lieferung von Lebensmitteln zurückschreckt, wird in zunehmender Weise auch als Service-Dienstleister interessant: die Rede ist natürlich vom Online-Dinosaurier Amazon, der im Gegensatz zum anderen Dinosaurier-Kollegen eBay tatsächlich im 21. Jahrhundert angekommen zu sein scheint. Hier mal eine kleine Auflistung dessen, was man bei Amazon anstelle von Büchern, Babyklamotten und Basmatireis sonst noch erwerben kann – ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Simple Storage Service (S3):

Amazons Speicherservice ist jüngst in die Schlagzeilen geraten, weil aufgrund eines 2-stündigen Serverausfalls anscheinend zahlreiche Kunden ihren Daten verloren haben. Die Idee hinter S3 ist aber durchaus interessant, sodass laut Golem bis Ende 2007 mehr als 300.000 Anwender registriert waren. Vereinfacht gesagt kann man Speicherplatz bei Amazon mieten und bezahlt dann den durch Downloads verursachten Traffic (hier kann man die aktuellen Bedingungen nachlesen). Somit lassen sich mit wenig Aufwand skalierbare Downloadbereiche einrichten, anstatt Hostinglösungen zu nutzen, die auch bei Gering- und Nichtauslastung Kosten produzieren. Ein aktuelles Beispiel sind hier die Screencasts von Magento Commerce: diese sind auf Amazons S3-Server aufgelagert, sodass Varien dafür keinen eigenen Serverpark unterhalten muss.

Amazon Elastic Compute Cloud (EC2):

Ähnlich wie der obene beschriebene Speicherservice S3 bietet Amazon eine weitere hardware-as-a-service-Dienstleistung. Mit der Amazon Elastic Compute Cloud hat man die Möglichkeit, virtuelle Server auf Amazons Hardware zu betreiben. Dies bedeutet, dass man nicht nur Dateien speichern und abrufen kann, sondern man verfügt über ein virtuelles Betriebssystem, das genau so konfiguriert werden kann wie der eigene Server beim Leib-und-Magen-Hoster. Auch dieser Service kommt ohne laufende Kosten aus, man bezahlt lediglich pro genutzter Stunde der jeweiligen virtuellen Maschine (Instanz).

Amazon Mechanical Turk

Der Namensgeber dieser politisch unkorrekt klingenden Bezeichnung ist die Attrappe eines Schachcomputers, die Ende des 18. Jahrhunderts gebaut wurde. Es handelte sich um einen menschlichen Torso der auf einem Kasten montiert war und scheinbar von einem komplizierten Uhrwerk angetriebenen wurde. In Wahrheit saß seinerzeit geschickt verborgen ein menschlicher Schachspieler unter dem Brett und bewegte die magnetischen Spielfiguren von unten.

Da sich Amazons Service die Leistung von Menschen zunutze macht, ist die Namensgebung wirklich passend. Wie Amazon auf der Beschreibungsseite schreibt, gibt es viele Dinge im Internet, die von Computern nur schwer oder gar nicht geleistet werden können, für Menschen jedoch ein Kinderspiel darstellen. In Sekundenschnelle kann ein User beispielsweise feststellen, ob ein bestimmter Gegenstand auf einem Foto zu sehen sind, selbst für die komplexesten Algorithmen ist dies jedoch nur sehr schwer zu lösen. Amazon bietet nun quasi einen Marktplatz für allerlei Arbeiten an, die interessierte User mit ein paar Mausklicks erledigen können und dafür entsprechend bezahlt werden.

Darüber hinaus bietet Amazon noch diverse Dienstleistungen rund um das Thema ECommerce an. So kann man beispielsweise auf Amazons Produktdatenbank zugreifen und sich die bestehende Warenkorbfunktionalität zunutze machen. Gerade erst für Deutschland vorgestellt wurde das Programm “Fulfillment by Amazon“, bei dem Amazon neben dem Verkauf sogar die Logistik übernimmt – dazu aber bald mehr.

Via shopbetreiber-blog

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