TWiST #161: Ist Adobe ein OpenSource-Totengräber? Und: Das 3. Shoptech-Gebot

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Es ist Freitag und wir sprechen mal wieder über E-Commerce-Technologie. Intershop gönnt sich zum zweiten Mal innerhalb eines halben Jahres eine Kapitalerhöhung, was an sich schon verwunderlich ist. Leider wurden in diesem Schritt auch die Kleinaktionäre ausgespart, da die Anteile mehrheitlich an die bestehenden Ankerinvestoren gingen. Heißt: Man verwässert alle anderen weiter und sichert sich so noch mehr Macht. Nett ist anders.

Außerdem hat Adobe in dieser Woche einen Beitrag veröffentlicht, in dem das Unternehmen seine Adobe Commerce Cloud vorstellt. Darin kommen so ziemlich alle hippen Shoptech-Buzzwords vor, die man sich derzeit vorstellen kann: headless, Cloud, APIs, GraphQL, PWA, alles dabei. Was nicht vorkommt: der Name Magento. Zwar weiß jeder, dass Magento den technischen Kern bildet, und viele Links im Text auch auf die Magento-Website zeigen. Adobe entscheidet sich jedoch bewusst, die Marke auszublenden. Da passt es ins Bild, dass es derzeit in der Community besonderen Unmut gibt. Etwa eine solche Nachricht aus dem Admin-Bereich von Magento, in dem ein E-Book beworben wird, das zumindest dem Titel nach zu urteilen den Nutzern der OpenSource-Version nicht gefallen dürfte.

Interessant in dem Zusammenhang ist auch dieser Tweet von Magento-Urgestein Rico Neitzel, der mittlerweile sogar mit Shopware bzw. Shopware 6 liebäugelt.

Alles in allem keine guten Zeiten für die Magento-Community, man fühlt sich seltsam an die Zeit nach der Übernahme durch eBay erinnert. Damals hatte man ebenfalls mit großer Geste den Wert eines weltweiten, offenen Ökosystems gepriesen, sich dann allerdings auf die kommerzielle Seite konzentriert.

Außerdem hat Witt Weiden, ein Konzern der OTTO-Gruppe mit gut 800 Millionen Umsatz, seinen neuen Shop auf Basis der ABOUT YOU Cloud gelaunched, ein gutes Jahr nach der offiziellen Ankündigung der Migration im März 2018.

Schließlich berichtet Joscha Krug im offiellen Blog von Shopify anschaulich vom zweiten Tag der Unite-Konferenz in Toronto.

Last but not least setzen wir unsere ShopTech-Gebote-Reihe fort und diskutieren über das 3. Gebot: Traue Daten und nicht nur Deinem Gefühl! Sowohl bei der Systemauswahl als auch bei Betrieb und Weiterentwicklung der späteren Apps sollten Marken und Händler einen Mittelweg zwischen Empirie und Erfahrung finden. Wie immer freuen wir uns auf eine lebhafte Diskussion in den Kommentaren.

(Bild: pexels.com)

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