TWiST #169: Der dmexco-2019-Recap

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Es ist mal wieder Freitag und damit Zeit, in die Tasten zu greifen und die ausklingende Shoptech-Woche zu würdigen. Heute leider ohne Audio – Martin genießt die iberische Sonne und ist bald wieder gut gebräunt und bestens gelaunt mit dabei – und auf einen Podcast-Monolog von mir könnt Ihr doch wirklich verzichten, oder?

Ein Tag am Rhein

Wenn der Stromverbauch in Köln eine Lastspitze nach der anderen produziert, weiß man: in den Messehallen haben wieder Hunderte von Ausstellern gleichzeitig ihre Standreklame angeschaltet. Auf die dmexco, die am 11. und 12. September dort stattgefunden hat, trifft das in ganz besonderem Maße zu, versucht doch die Online-Marketing-Branche seit jeher, mit immer noch mehr Lichteffekten um die Aufmerksamkeit der Besucher zu buhlen.

An dieser Stelle ein Disclaimer: mein Verhältnis zur dmexco ist glaube ich leicht kaputt. Ich habe sie immer als viel zu laute Messe wahrgenommen, auf der viel zu viele Leute herumlaufen, die Sakko und Sneaker tragen und was „Digitales“ machen. Das ist insofern unfair, als dass es dort auch eine Konferenz gibt, die man besuchen und bei der man sich Vorträge anhören kann; in diesem Jahr gab es unter anderem Vorträge von Jimmy Wales (Wikipedia) und Cal Henderson (CTO von Slack). Aber auch diesmal ist das irgendwie an mir vorbeigegangen und ich habe mich fast ausschließlich in den Messehallen aufgehalten.

Messe-Gewusel

In diesem Jahr hatten wir von commercetools keinen Stand (wie übrigens auch Intershop nicht). Grund: die Erfahrung der letzten Jahre hat gezeigt, dass auf dieser Messe eine nicht wirkich techaffine Zielgruppe unterwegs ist. Dementsprechend hatte ich auch keinen „Dienst“ und konnte mich frei durch die Flure bewegen, hier und dort klebenbleiben und ein paar Informationen einsammeln.

Am Stand von OXID konnte ich mit dem CEO Roland Fesenmayer über ihre neue Cloud-Version sprechen, über die wir im letzten TWiST bereits berichtet hatten. Er hat noch einmal bestätigt, dass gerade eine Pilotphase mit ScaleCommerce anläuft, die sich gut entwickele, und bei der man sehen möchte, wie neue Kunden auf das Cloud-Thema reagieren. Roland betonte, dass man Händlern anbieterseitig ein lauffähiges Paket zur Verfügung stellen möchte, in dem etwa Monitoring und Deployment integriert sind, sodass man sich die einzelnen Komponenten und Dienste nicht mehr selbst zusammenstellen muss.

Spryker hatte wie im letzten Jahr einen der größten Stände, es fehlten aber im Vergleich zum letzten Jahr die eigene Bühne und der Demo-Bereich. Stattdessen gab es sehr viele Partnerstände, wie etwa vom Agenturen sowie PIM- und Payment-Anbietern, die den ganzen Bereich sehr wuselig wirken ließen.

Auch Shopware war natürlich dort und hat gemeinsam mit seinen Partnern Shopware 6 präsentiert. Am Vorabend auf der BE.INSIDE hatte ich bereits mit Sebastian Hamann gesprochen, und er hat mir nochmal von den Cloud- und Zukunftsplänen erzählt. Wen das im Detail interessiert, dem empfehle ich unser Shopware-Update.

Bei Shopify, das in dieser Woche den Kauf des Roboter-Logistik-Unternehmens 6 River Systems bekanntgegeben hat, konnte ich mich länger mit Hagen Meischner (Partner Manager Lead) unterhalten. Neben den Wachstumsambitionen im allgemeinen und in Europa/Deutschland im besondern haben wir uns über das Thema Start-Ups unterhalten. Unternehmen wie Gymshark etwa beginnen ihre Laufbahn mit einem preiswerten Paket dort und wechseln später zur Plus-Version. (So etwas ähnliches hatte eBay seinerzeit auch versucht, als es seinen Powersellern mit dem neu eingekauften Magento eine Enterprise-Option anbieten wollte.)

A propos Magento: als Teil von Adobe wurde das System auf der dmexco auf einem entsprechend großflächigen Stand präsentiert – ähnlich wie die beachtlichen Konstruktionen von SAP und Salesforce. Erfahren konnte ich, dass Magento zum einen offizielle E-Mails an die Nutzer der OpenSource-Version schickt, in der sie sie über das Ende der Laufzeit von Magento 1 informieren. Außerdem arbeitet Adobe derzeit an einem Mid-Market-Bundle, um auch kleineren Händlern Zugriff auf Tools wie AEM in Verbindung mit Magento bieten zu können. Eins ist mir auf jeden Fall klargeworden: der Hickhack rund um die Magento-Akquise sowie das Magento-2-Migrations-Desaster ist vor allem eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für alle anderen Shopsystem-Anbieter im Markt. Dass Relaunches von MUSTANG Jeans und Hunkemöller in diesen Wochen verkündet werden, ist bestimmt kein Zufall.

Was war noch?

Die Shoptech-Welt hat sich natürlich weitergedreht:

Bis nächste Woche!

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