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TWiST #88: Eine Handvoll Videos

An diesem Freitag fällt mir nichts anderes ein, als Euch auf ein paar Shoptech-Videos aufmerksam zu machen, mit denen Ihr (jedenfalls theoretisch) Teile Eures Wochenendes bestreiten könntet.

Das Team des #commercespecial der code.talks hat auf seinem Channel einige Videos veröffentlicht, hier zwei Empfehlungen:

In leicht veränderter Besetzung geht es in beiden Panels – teilweise überraschend engagiert und kontrovers – um die unterschiedlichen Philosophien und Markteinschätzungen aktueller Shopsystem-Hersteller, den Zwist zwischen den „jungen Wilden“ wie commercetools und Spryker und den „Etablierten“ wie Intershop und OXID und natürlich den Sinn und Unsinn von Microservices.

A propos: Am Vorabend der Konferenz fand im Büro von commercetools ein Microservices-Meetup statt. Dort sprach unter anderem Christoph Neijenhuis über das Thema serverless functions sowie seine Erfahrungen mit AWS Lambda und serverless databases.

Schönes Wochenende!

Roman Zenner ist schon seit 2001 im E-Commerce aktiv. Er hat führende Fachbücher zu bekannten Shopsystemen verfasst, publiziert regelmäßig in Fachmagazinen zu E-Commerce-Technologie und arbeitet seit 2015 als Industry Analyst & Content Writer bei commercetools (REWE-Gruppe).

TWiST #87: Recap-Zeit

Es ist wieder Freitag und damit höchste Zeit, wieder „es ist wieder Freitag“ zu schreiben und ganz kurz auf die Shoptech-Woche zurückzublicken, die vor allem von Recaps zum code.talks commerce special geprägt war. Aus diesem Grund sei noch mal auf unseren Podcast und meinen Artikel über den Sinn oder Unsinn großer Namen auf Konferenzbühnen erwähnt. Weiteres findet Ihr in dieser Story.

Außerdem:

Schönes Wochenende!

Roman Zenner ist schon seit 2001 im E-Commerce aktiv. Er hat führende Fachbücher zu bekannten Shopsystemen verfasst, publiziert regelmäßig in Fachmagazinen zu E-Commerce-Technologie und arbeitet seit 2015 als Industry Analyst & Content Writer bei commercetools (REWE-Gruppe).

Händler 2017: Nobelpreis oder Bürgermeister-Handschlag?

Letzte Woche fand in Berlin das commerce special der code,talks statt. Martin und ich hatten bereits vor Ort ein paar Gedanken dazu aufgenommen und in einem Podcast veröffentlicht. An dieser Stelle möchte ich aber noch auf zwei Dinge eingehen, die mir im Nachhinein noch aufgefallen sind:

Vorbilder oder Folklore?

Wie würden sich Teilnehmer eines Schreibwettbewerbs eines Deutsch-Leistungskurses fühlen, wenn ihre zarten Schreibversuche direkt und ungefiltert mit dem Gesamtwerk Thomas Manns verglichen würden? Auf der einen Seite nobelpreisgekrönte Weltliteratur, auf der anderen Seite Sätze aus dem Grammatik-Bergwerk? Dieser Gedanke drängt sich mir immer auf, wenn ein E-Commerce-Experte die Bühne betritt, eine pointiert formulierte Exegese der GAFA-Ökonomie vornimmt und ein Publikum aus ganz „normalen“ Händlern vor sich hat. Wie sinnvoll sind derartige Vorträge letztlich? Eine kleine Twitter-Umfrage, die ich während des Tom-Tailor-Vortrags dazu gestartet hatte, blieb diesbezüglich uneindeutig:

Man kann dazu mehrere Perspektiven einnehmen: Zum einen haben große Marken eine Vorbildfunktion – sieh‘ mal, was ich schaffen kann, wenn ich smart bin und mich anstrenge! Ohne Zweifel können Vorträge internationaler Player, die über ihre Strategien referieren, durchaus inspirieren und Mitarbeitern das letzte und entscheidende Argument liefern, ihren Chef endlich endlich von einer agilen Arbeitsweise (und den anderen tollen buzzwordigen Dingen) zu überzeugen. Und letztlich braucht ja jede Branche seine Helden und Legenden.

Möglicherweise gibt es auch schlicht und einfach keine bühnenfähigen Beispiele kleinerer und mittelständischer Marken und Händler? Ist es möglich, dass ihre täglichen Aufgaben und Probleme so bekannt und banal sind und ihnen schlicht und ergreifend die Antworten fehlen, die Inhalt eines sinnvollen Vortrags wären? Wenn ich etwa von der Komplexität meiner Daten erschlagen werde und meine Prozesse nicht in den Griff bekomme, welchen Mehrwert kann ich dann meinen Zuhörern noch bieten, die die gleichen Probleme haben und meinen Vortrag mit einer Hoffnung besuchen, endlich eine konkrete Lösung zu erfahren?

Eine dritte Variante: Informationen über die pfiffigen Strategien und Lösungen kleinerer Händler sind nicht einfach zu erhalten und benötigen mehr Recherche-Aufwand aufseiten des Vortragenden. Wer auf Bühnen und in den sozialen Medien in Dauerschleife den Claim „Händler müssen zu Tech-Unternehmen werden“ mit den Beispielen Amazon und Zalando untermauert, wird naturgemäß eine Menge an Quellmaterial finden und gleichzeitig das wohlige Gefühl haben, sich in guter Experten-Gesellschaft zu befinden und eine progressive Meinung zu vertreten.

Äpfel und Birnen

Angelehnt an die obige Problemstellung ist auch die nach den zugrundeliegenden technischen Lösungen. Während die einen über die Frage diskutieren, wie genau man den Umfang von Microservices und den dahinterliegenden Teams definiert, beschäftigt die anderen, ob ein Update des Kernsystems auch die Funktionsweise des eigens geschriebenen Payment-Moduls beeinflusst. Stellen die einen permanente Agilität und Innovationsbereitschaft in den Vordergrund, betonen die anderen Stabilität und Kontinuität. Ein internationaler Händler mit Milliardenumsätzen hat überraschenderweise mit ganz anderen Herausforderungen zu kämpfen als ein regionaler Anbieter.

Besonders anschaulich wird das an dem Konzept der Microservices: Während etwa Kelly Goetsch von commercetools auf dem Shopsystem-Panel engagiert die These vertritt, dass großen Händlern keine andere Möglichkeit bleibt, Agilität wiederzuerlangen, als mittel- und langfristig auf Microservices zu setzen, vertritt Pierluigi Meloni von OXID eSales ebenso engagiert die Gegenthese, dass diese nur für mehr Komplexität sorgen und letzten Endes nur ein aufgeblasener Hype sind. Mal davon abgesehen, dass ich diese Art von Kontroversen persönlich sehr schätze, weil sie dem üblichen Feelgood-Klima dieser Panels entgegenwirken, glaube ich, dass diese Diskussion unbedingt geführt und sozusagen eine Synthese gefunden werden muss. Challenge accepted 😉

Roman Zenner ist schon seit 2001 im E-Commerce aktiv. Er hat führende Fachbücher zu bekannten Shopsystemen verfasst, publiziert regelmäßig in Fachmagazinen zu E-Commerce-Technologie und arbeitet seit 2015 als Industry Analyst & Content Writer bei commercetools (REWE-Gruppe).